Veranstaltungen

2019

16. + 17. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
10. März / 1. Stengeforter Bichermaart / Steinfort / Athletico Steinfort
2. + 3. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE
24. Januar / Lesung – Musel-Sauer Mediathéik / Wasserbillig / MSM

2018

22. November / Lesung – Maacher Bibliothéik / Grevenmacher / Maacher Bibliothéik Facebook
17. + 18. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
14. Oktober / Signierstunde – Libo / Diekirch / Libo
06. August / Markt / Grevenmacher / AC Grevenmacher
29. Juli / Braderie – Libo / Grevenmacher / Libo
20. Juli / Markt / Grevenmacher / AC Grevenmacher
4. + 5. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE
15. Februar / Buchpräsentation im Biodiversum / Remerschen / Biodiversum

2017

18. + 19. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
11. September / Stroossemaart Wasserbelleg / Wasserbillig / AC Mertert
10. September / Braderie / Clervaux / Union Commerciale Clervaux
4. September / Braderie – Libo / Luxemburg / Libo
09. August / Markt / Echternach / AC Echternach
30. Juli / Braderie – Libo / Grevenmacher / Libo
21. + 22. Juli / Braderie – Libo / Diekirch / Libo
12. Juli / Markt / Echternach / AC Echternach
20. Mai / Stroossemaart Wasserbelleg / Wasserbillig / Union Commerciale et Artisanale de Wasserbillig /Mertert
4. + 5. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE

2016

19. + 20. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu

2015

21. + 22. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu

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Wohngebäude in Luxemburg

Energiebedarf der Wohngebäude

Wird der Energiebedarf aller Haushalte in Luxemburg betrachtet, fällt auf, dass er in den Jahren 2005 bis 2017 näherungsweise gleich geblieben ist, und das obwohl in der gleichen Zeit die Bevölkerung um 133.000, sprich um 28 % gestiegen ist.

Dies dürfte mehrere Gründe haben. Einer davon dürfte in den steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz für neue Gebäude seit 1995 und insbesondere seit 2007 liegen, und auch an den energetischen Renovierungen und dem Trend zum Ersatzneubau. Auch fällt auf, dass der größte Teil der Energie für die Wärmeproduktion anfällt, und dass mehr und mehr Ölkessel durch Gaskessel ersetzt werden.

Gebäudebestand je Bauperiode

Interessant wäre jetzt zu wissen, wie viele Wohnhäuser es von welchem Typ in Luxemburg gibt und aus welchem Baujahr sie stammen. Hier aufgezeigt werden die Bestandzahlen von 2011 entsprechend den Angaben des Statec. Neuere Gebäude sind ohnehin für eine Betrachtung eines Einsparpotenzials uninteressant, da sie wesentlich effizienter sind als ältere Gebäude. Um die Verluste abzuschätzen, muss erst abgeschätzt werden, wie viel Flächen an Fußböden, Dächern, Wänden und Fenster im Bestand existieren. Deshalb werden zunächst einmal Annahmen für typische Gebäudegrößen der einzelnen Kategorien getroffen, und dann mit den Bestandszahlen multipliziert und je nach Alter aufgeschlüsselt.

Gebäudebestand

Einsparpotenzial für Wärmeenergie

Nehmen wir dann typische U-Werte der einzelnen Bauzeitalter und die Einsparpotenziale, wenn entsprechend heutiger Effizienzstandards optimiert würde, so lässt sich leicht je nach Bauzeitalter ein Potenzial abschätzen.

Weil aber Fenster in Luxemburg nach subjektivem Empfinden selten älter als 30 bis 40 Jahre sind, nehme ich dies als Grundlage, das Potenzial bereits pauschal zu reduzieren, indem alle alten Fenster auf den Standard von vor gut 30 Jahre gesetzt werden.

Aber auch hieraus ergibt sich ein Einsparpotenzial, das sich nur unter optimalen Bedingungen realisieren ließe. Es muss aber bedacht werden, dass nicht alles, was theoretisch denkbar ist auch sinnvoll realisierbar ist.

Einsparpotenzial.JPG

So lässt sich eine Bodenplatte oft nur durch aufwändige Erdarbeiten durch eine Perimeterdämmung isolieren. Historische, wärmebrückenreiche Dächer lassen sich nur mit geringeren Dämmstärken isolieren. Wenn die Gebäude direkt an den Bürgersteig grenzen oder denkmalgeschützt sind, sind die Wände schwer zu optimieren und auch bei den Fenstern spielt der Denkmalschutz eine bedeutende Rolle.

Pauschal kann auch davon ausgegangen werden, dass in den letzten Jahren bereits ein gewisses Potenzial durch die energetische Sanierung erschlossen wurde.

Aber selbst nach einer groben Reduktion der Potenziale bleiben immer noch 2,1 Millionen MWh an Energie übrig, die eingespart werden könnten, wenn die Gebäudehüllen verbessert würden. Dabei bleiben der Austausch von alten Heizkesseln oder die Installation von Lüftungsanlagen als Potenziale noch gänzlich unbeachtet.

Teilen wir dies auf die Hauptenergieträger auf, so ließen sich dadurch jährlich 112 Millionen € an Heizkosten einsparen. Allein der Heizölbedarf ließe sich um 90 Millionen Liter reduzieren, was etwa 6.000 vollen Heizöllieferwagen entspricht, die bei Annahme von 50 km pro Lieferfahrt nur für die Lieferung 45.000 Liter Diesel brauchen – für die Lieferung des Heizöls, das eigentlich nicht notwendig wäre.

Eines, was nicht aus den Augen verloren werden sollte, ist, dass  es weniger Mehrfamilien- als Einfamilienhäuser gibt. Selbst unter dieser Berücksichtigung leben in Mehrfamilienhäusern weit mehr Menschen. Dies hat zur Folge, dass es für den Einzelnen schwierig ist, Entscheidungen zu treffen, die zur Energieeffizienz führen. Es kann nur gelingen, wenn alle überzeugt sind. Die Besitzer, die selbst Bewohner sind, aber auch die Mieter und vor allem die Besitzer, die vermieten und denen die Energiekosten nicht wirklich wichtig erscheinen.

Einwohner.JPG

Aber letztlich sind Effizienzsteigerungen als eine Bank zu betrachten. Eine die kein Geld zurück gibt, aber die Zahlungen unnötig macht – und damit ist diese Bank konjunktur- und krisensicher.

100 % erneuerbare Energie

Ein Vorteil von kleinen Ländern ist, dass relativ bedeutende Änderungen durch absolut gesehen eher kleine Maßnahmen zu erreichen sind.

Aber nicht zuletzt, wenn man wie Luxemburg nur wenig Fläche zur Verfügung hat, ist es umso wichtiger zu wissen, wie diese optimal genutzt werden können.

Flächenaufteilung Luxemburg
Nutzung der Flächen in Luxemburg

Bei einem Stromverbrauch von jährlich 6.600 Gigawattstunden würde eine Stromproduktion aus erneuerbaren Energien rund 1.350 Megawatt an Windenergie, 2.000 Megawatt an Photovoltaik und 700 Megawatt an bedarfsgeführten Blockheizkraftwerken benötigen.

Flächenbedarf für Photovoltaik
Flächenbedarf für Photovoltaik in einem erneuerbaren Energiesystem

Für die Installationen dieser Photovoltaikmenge würde sich ein Flächenbedarf von rund 18 Quadratkilometer ergeben, was weniger als 1 % der Landesfläche entspricht. Doch obwohl das nicht viel ist, sind bisher nur gut 6 % davon installiert. Dabei bietet sich in der bebauten Fläche mehr als reichlich Potenzial, um den Weg in ein Energiesystem aus erneuerbaren Energien zu beschreiten. Es ist aber auf jeden Fall ein Ziel, das wir uns setzen sollten – auch aus ökonomischen Gründen. Bâtiments Publics zeigt bereits jetzt, wie es gehen kann, so wird bei neuen Projekten mit der Kombination von begrüntem Flachdach und Photovoltaik eine Dreifachnutzung derselben Fläche realisiert. Es geht also – so, let´s make it happen.

Flächenbeanspruchung
Gegenüberstellung der Flächenbeanspruchung

Videotrailer – Bücher

Vieles in unserem Leben und in unserer Gesellschaft ist geregelt. Doch welchem Ziel dienen diese Regeln und auf welche Weise beeinflussen sie unser Handeln? Wissen wir um die sozialen Folgen der Regeln oder sprechen wir ihnen einen Selbstzweck zu, weil wir uns an sie gewöhnt haben?

Regeln müssen sein. Aber ebenso müssen Regeln und ihr Wirken verstanden werden. Es ist wichtig, die richtigen Regeln zu finden und diese derart in Kraft zu setzen, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten. Dazu ist nicht die Politik gefordert, sondern in erster Linie die Gesellschaft, die durch ihre Wünsche, aber auch ihre Abneigung gegenüber Änderungen das politische Handeln maßgeblich beeinflusst.

Dieses Buch ist eine Textsammlung mit dem Ziel, Gedankenanstöße zu geben, indem es einzelne Bereiche unseres gemeinschaftlichen Lebens beleuchtet und aufzeigt, wo Potenziale vergeudet werden, und Regeln ihr eigentliches Ziel verfehlen. Dazu zählen Automobilverkehr, Bausektor, Steuern und Subventionen und unser Konsumverhalten. Das Werk gibt als solches keine Antworten, es fordert vielmehr auf, den Selbstzweck von Regeln zu leugnen, die Regeln als Richtlinie, aber nicht als Rechtfertigung zu verstehen, aber auch zu akzeptieren, dass Einschränkungen notwendig sind, die uns fragwürdige Rechte wegnehmen und Strafen erforderlich sind, damit diese Regeln eingehalten werden.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir aufhören, unseren Alltag mit Regeln zu pflastern und dem Menschenverstand mehr Gewicht zu kommen lassen.

Infos zum Buch:
94 Seiten
ISBN: 978-3-7418-3379-3
Preis: 8 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung.


Wenn Prospekte gedruckt werden sollen, fällt die Wortwahl oft leicht. Wohlklingende Bezeichnungen umschreiben Konzepte und Wörter wie Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität werden uns beinahe täglich um die Ohren geworfen. Doch ist das, was wir verstehen sollen und oftmals bereitwillig verstehen wollen, auch die Realität? Was steckt hinter diesen und ähnlichen Begriffen? Sind wir kritisch genug und reicht es aus, wenn Andere uns zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen? Wo stehen wir in diesem System und was ist unsere Verantwortung? Welche Rolle spielt eigentlich unser Verständnis über die Dinge? Was bedeutet es, bewusst zu leben?

Infos zum Buch:
319 Seiten
ISBN: 978-3-7375-6327-7
Preis: 15 Euro

Auf Anfrage auch gerne als Postversand und ab jetzt auch als Ebook bei eBook.de.


Die ihm an den Kopf geworfenen Formeln lassen den Studenten daran zweifeln, die Welt zu verstehen. Auch deshalb stürzt er sich in das ihm angebotene Abenteuer einer Weltreise. Eine Journalistin samt Millionär verschreiben sich während dessen der zielgerichteten Fortbewegung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wieso sie dies wollen. Mit jedem Tag den sie mehr scheitern, verblassen die Ausreden und Selbsttäuschungen, die ihren einzigen Antrieb darstellen. Als Begleitung drängen sich die Vorstellungen und Werte einer Gesellschaft auf, die sich bald schon abwendet. Im Gepäck nichts als Illusionen, nicht erfüllbare Erwartungen und dem Fluch ihres bisherigen Lebens. Deshalb kommt es, wie es kommen muss. Sie laufen weg – vor sich selbst und der Welt …

Infos zum Buch:
400 Seiten
ISBN: 978-3-7418-5984-7
Preis: 15 Euro

Erhältlich bei Epubli oder in jeder gut sortierten Buchhandlung.

Videos

Erstaunlich wie es Menschen gibt, die den menschgemachten Klimawandel abstreiten, wenn man betrachtet wieviel Energie wir konsumieren und man sich dabei bewusst wird, dass ein Großteil davon von kohlenstoffreichen Energieträgern bereit gestellt wird.

Energieverbrauch der Menschen: Energieverbrauch der Menschen und wie er langfristig abgedeckt werden kann.

Damit deutlich wird, welches Einfluss unser Handeln hat, ist hier der Zusammenhang vom Energieverbrauch und dem Waldschwinden zu den CO2-Mengen in der Atmosphäre aufgezeigt.

Dabei ist der Klimawandel auch regional einfach bemerkbar, so z.B. auch in Luxemburg, wie diese Visualisierung der Tagestemperaturen zeigt. Der zum Teil geringe Unterschied ist das Tückische am Klimawandel.

Wenn wir wirklich etwas am Klimawandel ändern wollen, dann ist es wichtig die Zusammenhänge richtig zu verstehen. Eines, das wir noch lernen müssen, ist dass es nicht ausreichen wird Holz zu verbrennen, nur weil es vermeindlich CO2-neutral ist.

Selbst der Kohlenstoffkreislauf der Pfanzen wird oft in einem zu stark vereinfachten Kreis abgebildet, der den Einfluss auf die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nicht wiedergeben kann, so wie er sich mit Berücksichtung der Dimension der Zeit darstellt.

Aber es ist auch wichtig, dass wir die Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht aus den Augen verlieren. Dazu ist es wichtig, dass wir Baugesetze schaffen, die die notwendigen Anreize schaffen, bzw. Hürden abbauen, damit die freie Marktwirtschaft sich dieser Aufgabe annimmt und bespielsweise mehr Photovoltaik bei Bürogebäuden realisiert wird.

Damit wird die Aufgabe in einem Smart Grid richtig verstehen, mussen wir auch verstehen, wie sich die einzelnen erneuerbaren Energiequellen verhalten, wie etwa Windenergie, Solarenergie und Biogasanlagen.

Durch Fehlinvestitionen haben wir das Problem einer Überkapazität an Transportschiffen. Wegen schwachen Regeln für Umweltschutz stellen viele Schiffe ein Problem für die Umwelt dar. Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, die „Müllhalde Ozean“ zu reinigen. Warum kann man das nicht miteinander verbinden?

Wir subventionieren, weil wir an die freie Marktwirtschaft glauben, aber nicht wollen, dass sie funktioniert – auch wenn dadurch die Gesellschaft profitieren würde.
Ich denke, dass ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind. In gewisser Weise sind Subventionen das Antibiotika der Politiker, welches diese gegen alle Symptome verschreiben. Ein Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit der Politiker haben noch nicht verstanden haben, wie mächtig und gleichzeitig wie gefährlich Subventionen sind.


Hat Arbeit einen Selbstzweck und ab wann beginnt sie uns zu verzehren?

Mehr arbeiten, um die Folgen der Arbeit besser verkraften zu können? Es ist bisweilen wahnwitzig, wohin uns der (Un-)Sinn des Kapitalismus bringt, und noch bringen wird. Aber wir glauben schließlich auch, alles kaufen zu müssen, von dem einer uns erzählt, wir würden es brauchen…

Eine Kurzgeschichte zum Thema des Vidoes:

Nichts als Arbeit: Hat Arbeit einen Selbstzweck und ab wann beginnt sie uns zu verzehren?


Die Macht des Geldes ist allgegenwärtig. Dazu reicht ein Besuch in einen Supermarkt. Ein Blick durch die Regale lässt erkennen, was wir durch unsere Macht erreichen. Das was dort steht, ist das, was wir wollen. Wenn Geld die Welt regiert bedeutet dann Geld nicht auch Macht und Verantwortung?

Abriss gut integrierter Gebäude

Ein weiterer Aspekt bei älteren Gebäuden ist oftmals der völlig unterschiedliche Bezug zur Lebensdauer. Werden demgegenüber Gebäude insbesondere aus den 60-iger und 70-iger betrachtet, so ist es hier meistens hinfällig, sich über eine Renovierung Gedanken zu machen. Bezüglich Schallschutz ist wenig investiert worden. Der Energieverbrauch und die Bausubstanz sind kurzfristig geplant und entsprechend ist gebaut worden. Die Architektur ist mit minimalistisch wohlwollend umschrieben. Nicht so bei Gebäuden, die bereits um die hundert Jahre oder länger stehen. Sie sind gebaut worden, um solide stehen zu bleiben. Zweihundert, dreihundert Jahre Nutzungsdauer, das bedeutet Materialien mit langer Lebensdauer zu nutzen. Das ist kein Vergleich mit dem, was vor einem halben Jahrhundert gebaut wurde und nicht mit dem, was heute errichtet wird. 15-20 cm Mauermerk eingeklebt mit Styropor. Kaum vorstellbar, dass einer das alle 40 Jahre neu mit Styropor einkleidet, dann vielleicht doch lieber zwischendurch den Abreishammer schwingen.

Was macht ein altes Gebäude aus? Ein wichtiger Faktor ist, dass sich alte Gebäude bewährt haben, denn ansonsten würden sie längst nicht mehr stehen. Zwar gibt es einige Mängel bezüglich Komfort und Energieverbrauch. Aber vieles davon lässt sich leicht beheben. Undichte Fenster und Türen sowie nicht gedämmte Dächer stellen bei der Sanierung keine große Herausforderung dar. Ohnehin sind alte Gebäude weit weniger schlecht als ihr Ruf, was sich insbesondere dann zeigt, wenn nachträgliche Energiesparmaßnahmen nicht den versprochenen Erfolg aufweisen können. Eine andere negative Eigenschaft, dass nämlich die Räume oft klein und dunkel sind, lässt sich nur bedingt verbessern, wenn es sich um historisch wertvolle Wohngebäude handelt. Hier ist es aber auch eine Geschmacksfrage und mit dem individuell empfundenen Charme aufzuwiegen. Bei alten Scheunen und Ställen sollte das allerdings in den wenigsten Fällen ein Problem sein.

Von hohem Wert jedoch sind die darin enthaltenen Materialressourcen, die ohne großen Aufwand an neuem Material, Arbeit und Energie verwendet werden können. Auch spricht das Konzept der Dauerhaftigkeit dafür, dass das Gebäude mit den darin verbauten Ressourcen noch lange genutzt werden kann.

In diesem Kontext wird immer häufiger auch von der grauen Energie gesprochen. Doch ist dies in unseren Augen zu eindimensional gedacht, denn abgesehen von Energie, die durchaus regenerativ und schadstoffarm gewonnen werden kann, ist dies bei vielen Materialien nicht der Fall. Das Abbruchmaterial muss mittels dem schadstoffintensiven Transportsektor zur Deponie geführt werden, die ihrerseits große Flächen beansprucht. Auf der anderen Seite müssen neue Materialien gewonnen werden und dies bedingt den Raubbau in neuen Gebieten. Hier nur die graue Energie zu berücksichtigen bedeutet, vorhandene Potenziale nicht wertzuschätzen.

Alte Gebäude sind äußerst massiv errichtet worden, weil das oberste Gebot Standhaftigkeit war und nicht mittels Rechnungen optimiert worden ist. Dies führt zu einem thermischen Vorteil, der bei modernen Gebäuden oft aufgegeben wird, und insbesondere im Sommer eine Überhitzung vermeidet und ebenso im Winter eine größere Robustheit gegenüber kurzfristigen Kälteeinbrüchen aufweist. Das bedeutet zwar nicht, dass alte Gebäude energetisch überlegen sind, aber es stellt durchaus einen weiteren Vorteil dar, den man sich zu Nutzen machen kann.

Eines sollte zumindest jedem klar werden. Bestandsgebäude sind ein enorm großes Materiallager, welches uns schadstoffarm und anwendungsbereit zur Verfügung steht. Es gilt mehr als nur die Frage des Sparens von Energie zu beantworten. Über allem steht nämlich nur ein Grundgedanke: Die effiziente Nutzung unserer Potenziale. Und ja, Gebäude sind für etwa 40% unseres Energieverbrauches verantwortlich. Ebenso beanspruchen sie allerdings auch 50% unseres Materialkonsums und sind für 60% unserer Abfalls verantwortlich.

Reboundeffekt

Ein Grund für unseren heutigen Lebensstil ist der Reboundeffekt. Wenngleich nun viele einwenden würden, dass der technische Fortschritt und die immer weiter getriebene Entwicklung für unseren vorhandenen Komfort zuständig ist, so muss man dem entgegnen, dass diese Aussage nur partiell zutreffend ist. Ohne den Reboundeffekt würden die Gesellschaft einen Großteil der technischen Fortschritte nicht annehmen. Hieraus würde resultieren, dass das Streben nach der Entwicklung immer leistungsstärkeren Produkten nicht vorhanden gewesen wäre. Ohne das Streben nach ebendiesen Neuerungen hätten wir auch nicht den gewünschten Komfort.

Der Reboundeffekt tritt meistens dann auf, wenn auf unterschiedlichste Weise eine Effizienzsteigerung errungen wird. Nun sind etliche der Meinung, dass durch eine solche Effizienzsteigerung Energie eingespart würde. Meist stimmt es gar bei einzelnen Geräten, aber in der Summe wird ein beachtlicher Teil der Effizenzsteigerung durch steigende Komfortansprüche aufgezehrt.

Es sind unterschiedliche Denk- und Handlungsweisen, die dazu führen. Ein klassisches Beispiel ist dabei die Lichtproduktion. Durch die Entwicklung von Glühbirnen zu Energiesparlampen bis schließlich zur LED konnte immer effizienter Licht erzeugt werden, folglich müsste relativ zur Effizienzsteigerung der Stromverbrauch gesunken sein. Der Reboundeffekt macht aber einen Strich durch die Rechnung. Wenn nämlich weniger Strom gebraucht wird, um Licht zu erzeugen, warum dann nicht mehr Flächen ausleuchten? Den Garten, den Fischteich oder gleich die Hauswand? Wenn man sonst eine Schreibtischleuchte hatte, kann man jetzt mit der gleichen Strommenge den ganzen Raum beleuchten. Wenn das Licht nicht mehr so viel kostet, nun, warum sollte man sich dann die Mühe machen, jedes Mal das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt? Natürlich spricht dies nicht gegen Effizienzsteigerungen, aber es verdeutlicht, dass sie selten so viel Energie sparen, wie oft propagiert wird. Das grundsätzliche Problem lässt sich sehr einfach anhand eines Gedankenganges zusammenfassen.

“Wenn Effizienzsteigerungen dazu führen, dass ich weniger verbrauche, warum können wir es denn nicht so machen, dass ich gleich viel verbrauche und dafür mehr Komfort erhalte?” Dieser Gedanke ist es im Grunde, der einen Großteil des Reboundeffekt verursacht, wobei er selten bewusst gedacht wird, sondern nur in unseren Handlungen zum Ausdruck kommt.

Autos werden immer effizienter. Was folgt ist, dass wir größere, stärkere und schwerere Autos kaufen – die gleichviel verbrauchen. Wir bauen Passivhäuser und verzichten deshalb auf einen Pullover im Winter und heizen lieber auf 26 °C. Wir installieren Lüftungsanlagen um im Winter Wärmeenergie einzusparen und lassen diese im Sommer laufen, um kein Fenster aufmachen zu müssen – und verbrauchen Strom.

Manchmal sind die Reboundeffekte derart dominant, dass eine Effizienzsteigerung dazu führt, dass noch mehr Energie verbraucht wird – wenn das passiert, spricht man von Backfire.

Die Erdölindustrie hat es wieder einmal geschafft, effizienter zu werden und kann nun kostengünstig aus Ölsanden oder mittels Fracking Erdöl gewinnen und den Energiemarkt überschwemmen. So sorgt Effizienz dafür, dass Energie günstiger wird, der Anreiz Energie zu sparen sich verringert und sparende Investitionen werden unwirtschaftlich.

Ein Handy vor 20 Jahren wurde als groß empfunden, der Akku musste wöchentlich aufgeladen werden und es wurden freudig kleinere und effizientere Modelle erwartet. Bis die Handys so effizient wurden, dass sie einen Computer teilweise ersetzen konnten und Mobiltelefone größer und größer wurden und täglich den Akku – der wesentlich mehr Energie speichern kann – leersaugen. Das Internet muss mobil werden und so werden überall Sendestationen errichtet und immer größere Server regeln die Datenfluten und es werden milliardenfach Daten ausgetauscht, Bewegungs- und Nutzungsprofile ausgewertet und gespeichert. Das ist das, was uns in Verbindung mit Effizienzsteigerungen dazu gebracht hat, so zu leben, wie wir leben. Wenn wir dies nicht hinterfragen, werden wir mit Effizienzsteigerungen nicht unseren Energiekonsum reduzieren, sondern immer neue Bereiche unseres Lebens technologisieren. Elektrisch betriebene Solowheels nehmen uns das zu Fuß gehen ab, damit wir abends nicht zu müde sind, um auf einem elektrisch betriebenen Laufband im Fitnessstudio unseren Körper zu stählen, bevor wir aufgrund des Muskelkaters die elektrische Zahnbürste verwenden.

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