Visitenkarte unserer Gesellschaft

Den Zivilisierungsgrad einer Gesellschaft erkennt man daran, welche Spuren diese hinterlässt, wenn sie vorbeizieht. Dann wird ersichtlich, ob es eine Horde Wilde war, oder ob sie sich als zivilisiert bezeichnen darf.
Trotz unserer modernen Gesellschaft bliebt leider der Beweis einer zivilisierten Gesellschaft oftmals aus, wenn wir uns in großen Mengen versammeln. Vielmehr zeigt sich ein Bildnis von Gleichgültigkeit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen gegenüber. In den Müllbergen spiegelt sich unsere Selbstverständlichkeit wieder, mit der wir Ressourcen verschwenden. Selbst die Muße den Abfall zu trennen, um diesen teilweise zu recyceln, wollen wir uns nicht auferlegen. Denn wie es scheint ist Recycling für unser Privatleben als Option vorbehalten, nicht aber als etwas, das wir als gesellschaftliches Ziel erachten. Der Konsum- und Komfortgedanke wird hochgehalten, und Vernunft als spießig verschrien.
Dabei wäre es insbesondere bei Großveranstaltungen sehr einfach, tonnenweise PET-Flaschen gesondert einzusammeln. Vielleicht mag manch einem dies die Mühe nicht wert sein, weil es im Vergleich zu den jährlichen Müllmengen wenig erscheint, aber vor allem hier wird das Bemühen unserer Gesellschaft deutlich. An Orten wie diesen zeigen sich unsere Prioritäten und das Porträt unserer Gesellschaft.
Viele denken, dass der erste Eindruck wichtig ist, aber für eine Zivilisation ist das was bleibt, woran sie gemessen werden kann. Unser Müll ist unsere Visitenkarte, die wir zurücklassen, bevor wir weiter ziehen. Vielleicht ist es nur ein subjektiver Eindruck, aber ich würde mich schämen, einen solchen Eindruck zu hinterlassen. An jedem ist es selbst, zu entscheiden, wie er unsere Visitenkarte einordnen möchte, ob zivilisiert oder als die eines Barbaren, verantwortungsvoll oder als Vandalismus.

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Wir sind so rasch bei der Hand mit Vorurteilen Fremden gegenüber, aber unsere Werte gehen nicht durch Ausländer verloren. Werte entstehen durch unser Handeln. Kultur ist das, was wir leben und nicht nur zuhause, sondern vor allem als Gesellschaft in der Öffentlichkeit.
Bevor wir über andere richten sollten, haben wir noch viel Dreck vor unserer eigenen Haustür, den wir beseitigen müssen.

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Ozeane reinigen

Zweidrittel der Erdoberfläche sind bedeckt mit Wasser. Die Fläche und Wassermenge ist enorm, und wird deshalb achtlos behandelt. Unsere Ozeane sind für Viele zu einer bequemen Müllhalde geworden. Tankschiffe für Chemikalien reinigen ihre Frachträume auf offener See um Entsorgungsgebühren der belasteten Abwässer zu vermeiden, oder „entsorgen“ gar ganze Ladungen mit Chemieabfall.

Viele Schiffe werden wegen Überkapazitäten nicht mehr benötigt und entsprechen nicht länger den Standards. Oft genug werden die Schiffe dann an Stränden in Drittweltländern ohne Gedanken an Umwelt- oder Menschenschutz zurückgebaut, nachdem sie mit voller Fahrt in den Strand hineingefahren sind. Ohne Hafen, ohne Trockendock, ohne kontrollierte Entsorgung von Altölen oder ähnlichem, werden die Schiffe zerlegt und metallische Wertstoffe verkauft, zum Profit der Unternehmen und auf Kosten der Natur und der Arbeiter. Vielleicht wäre es besser, einige Tanker vorzeitig aufzukaufen und anderweitig zu nutzen.

Ein dringendes Problem, das sich lohnen würde anzugehen, wäre die Weltmeere von den Millionen und Abermillionen Tonnen an Plastik zu reinigen, die sich in ihnen angesammelt haben. Inzwischen haben sich in unseren Gewässern 150 Millionen Tonnen an Plastikabfall angehäuft. Jährlich gelangen immer noch zusätzliche 8 Millionen Tonnen an Abfall in die Weltmeere.

Das Problem dabei ist, dass sich einerseits viele Meeresbewohner darin verfangen und verenden und anderseits, dass sich diese Plastikteile durch Wellen, Schiffsschrauben und Sonnenstrahlen in immer kleinere Stücke zerteilen, bis sie dann angefangen bei den Klein- und Kleinstlebewesen in unsere Nahrungskette gelangen.

Auch wenn es uns in nächster Zeit gelingen sollte, den Zustrom an neuem Plastik in die Gewässer zu unterbinden, so bleiben immer noch riesige Mengen an Plastik, die bereits dort sind und sich ganz allmählich auflösen, aber nicht verschwinden werden. Für unsere Gesundheit und für die Umwelt wird kaum ein Weg daran vorbei führen, diesen, unseren Abfall zumindest teilweise einzusammeln, so gut es eben geht. Hierzu könnte man alte, leistungsschwache und ineffiziente Schiffe umrüsten, die schweren umweltverpestenden Motoren ausbauen, und gegen kleinere solarbetriebene Elektromotoren austauschen, die nicht der Fortbewegung, sondern der Manövrierfähigkeit dienen. Jeweils zwei Schiffe würden als Plattform umgerüstet werden.

In der Mitte würde eine schwimmende Barriere den Plastikmüll zusammenführen und aufkonzentrieren bevor er von den Schiffen aufgesammelt und zu Würfeln gepresst würde. Die alten gereinigten Öltanks können mit stark belastetem Wasser gefüllt werden und mittels Schwerkraft und Filtern gereinigt werden, bevor das Wasser wieder in das Meer geleitet wird. Andere Tankräume werden als Ladefläche umgebaut, damit die gepressten Plastikwürfel dort bis zur Abholung zwischengelagert werden. Ein weiteres agileres Schiff bringt die Ware schließlich zur Küste, wo sie in einem Heizkraftwerk verbrannt wird. Dabei wird gleichzeitig Heizwärme und elektrischer Strom geliefert. Wenn ein ausreichend großer Lagerplatz vorhanden ist, kann sogar die Integration von erneuerbaren Energien unterstützt werden, indem Regel- und Ausgleichsenergie gewonnen wird.

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