Veranstaltungen

2019

16. + 17. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
10. März / 1. Stengeforter Bichermaart / Steinfort / Athletico Steinfort
2. + 3. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE
24. Januar / Lesung – Musel-Sauer Mediathéik / Wasserbillig / MSM

2018

22. November / Lesung – Maacher Bibliothéik / Grevenmacher / Maacher Bibliothéik Facebook
17. + 18. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
14. Oktober / Signierstunde – Libo / Diekirch / Libo
06. August / Markt / Grevenmacher / AC Grevenmacher
29. Juli / Braderie – Libo / Grevenmacher / Libo
20. Juli / Markt / Grevenmacher / AC Grevenmacher
4. + 5. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE
15. Februar / Buchpräsentation im Biodiversum / Remerschen / Biodiversum

2017

18. + 19. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu
11. September / Stroossemaart Wasserbelleg / Wasserbillig / AC Mertert
10. September / Braderie / Clervaux / Union Commerciale Clervaux
4. September / Braderie – Libo / Luxemburg / Libo
09. August / Markt / Echternach / AC Echternach
30. Juli / Braderie – Libo / Grevenmacher / Libo
21. + 22. Juli / Braderie – Libo / Diekirch / Libo
12. Juli / Markt / Echternach / AC Echternach
20. Mai / Stroossemaart Wasserbelleg / Wasserbillig / Union Commerciale et Artisanale de Wasserbillig /Mertert
4. + 5. März / Salon du livre / Lux-Expo Kirchberg / CLAE

2016

19. + 20. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu

2015

21. + 22. November / Walfer Bicherdeeg / Walferdange / bicherdeeg.lu

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Wirtschaft 2.0

Wir leben in einer spannenden, aber auch merkwürdigen Welt, mit einer Wirtschaft, die scheinbar alles verwirklichen kann. Kommunismus und Planwirtschaft haben sich nicht bewähren können und wir loben unseren Kapitalismus als effizientes Instrument und Lobbyisten werden nicht müde, uns zu erzählen, dass er sich allein kontrollieren kann und fähig ist, all unsere Probleme zu lösen, da er vor allem eines ist – effizient und effizienzfördernd.

Aber was ist, wenn wir genau hinsehen?

Dann sehen wir, dass wir Gläser herstellen, um darin Lebensmittel zu transportieren und zu lagern, um diese dann nach dem Gebrauch zu zerschlagen, bei 900 °C einzuschmelzen und neu zu formen, weil es zu aufwändig wäre, sie schadfrei zurückzugeben und zu reinigen – gut, dass Energie billig ist. Wir fällen Bäume um daraus Zellulose zu gewinnen und schließlich Papier herzustellen, durch die Gegend zu fahren, um dann die Finger abzutrocknen und drei Sekunden später wegzuschmeißen, um es dann erneut durch die Gegend zu fahren, damit wir uns an dem Gedanken erfreuen, es recyceln zu können. Dabei wäre es so einfach, die Hände elektrisch zu trocknen.

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Aber so richtig absurd wird es, wenn wir unsere Briefkästen öffnen und uns trotz des angebrachten „Keine Reklame“-Schild bunt bedruckte Werbung entgegenlacht, am Besten noch in Plastik eingeschweißt. Vieles davon landet gleich im Papierkorb – Recycling ist wichtig, und so werden hohe Quoten erreicht.

Aber warum können wir nicht verbieten, dass wir ungewollt zugemüllt werden?

Richtig, wir müssen die Wirtschaft schützen. Dabei frage ich mich, was der Eigenwert der Wirtschaft ist? Im Prinzip ist es nur der Rausch des Wachstums. Für den Menschen zählen nur die Bedürfnisse, die die Wirtschaft abdecken kann. Folglich sollten die Bedürfnisse der Menschen im Fokus stehen, und nicht die Erweckung von unbekannten Bedürfnissen durch Werbung – allein der Gedanke ist schon ineffizient.

Wenn es tatsächlich so ist, dass wir Arbeit brauchen, um glücklich zu sein, dann gibt es so viele sinnvolle Tätigkeitsfelder. Durch die Herausforderungen der Ressourcenschonung und erst recht durch soziale Arbeiten wird es keinen Mangel an Arbeit geben können, auch nicht wenn Digitalisierung und Automatisierung viele Arbeitsplätze überflüssig macht. Eine ressourcenschonende Wirtschaft ist der größte Produzent an Arbeit der uns offen steht, und es sind Arbeitsplätze, die nicht ins Ausland verloren gehen können, da sie immer beim Endkunden entstehen, egal ob durch direkte Weiternutzung oder Reparaturangebote.

Auch rühmen wir Entwicklungsländer uns dafür, dass wir einen bedeutenden Dienstleistungssektor haben, doch wir haben Angst den nächsten Schritt zu gehen. Wenn wir die Wirtschaftsdiskussionen zusammenfassen, so wollen wir einen Wirtschaftswachstum, den wir in Form Bruttoinlandsprodukt (BIP) messen, und wir wollen einen starken Dienstleistungssektor. Das führt aber dazu, dass die Produktion der Rohmaterialien ins Ausland fließt und dort die Umwelt schädigt. Auf lange Sicht ist dies kein Wirtschaftsmodell. Das bedeutet, dass wir unser durchaus anzweifelbaren Zielsetzungen dadurch erreichen könnten, dass wir uns von der Produktion der Güter zumindest teilweise lossagen, und ein Wirtschaftsmodell aufbauen, das genutzte Gegenstände wieder veräußert und solange wie möglich aktiv im Wirtschaftsgeschehen belässt und bei jedem Weiterreichen aufs neue Arbeit in Form von Dienstleistung (Reinigung, Aufwertung und Verkauf) schafft und gleichzeitig den BIP steigert – ohne, dass dadurch Ressourcen aufgebraucht würden.

Das Potenzial ist riesig.

Das wird jedem bewusst, der in unseren festen oder mobilen Recyclinghöfen eine Weile stehen bleibt und sieht, was alles angeliefert wird. Vieles von dem ist absolut brauchbar und landet, wegen Zeitmangel, im Sperrmüll, da es sich nur schwer in seine Bestandteile trennen lässt oder sich schlecht recyceln lässt. Oft genug plagt die Menschen, die sich von so etwas trennen, ein schlechtes Gewissen, weil sie wissen, dass es noch brauchbar ist, sie aber keinen Nutzen daran haben. Hier und da ist die Frage zu hören, ob man dies nicht gesondert abstellen könnte, damit ein Anderer es sich nehmen kann. Doch oft fehlt die Zeit und der Platz, denn auch wenn etwas noch brauchbar ist, findet sich nur schwerlich auch der passende, der eben an der Stelle ist und dies nutzen wollen würde. Flohmärkte sind zwar eine gute Alternative, aber mühselig und zeitaufwändig. Was hier fehlt ist der große Markt, die kritische Masse, die es benötigt, um die Transaktionskosten so sehr zu senken, dass sich eine Dynamik entwickeln kann, die zu einem sich selbst tragenden Wirtschaftsmodell führt. Das Angebot ist riesig – alles was fehlt ist die Logistik. Es ist das Marmeladenglas, das wir lieber neu produzieren, anstatt es einmal zu waschen, um es erneut zu verwenden. Es ist, weil wir keine Zeit haben, weil wir uns lieber darauf konzentrieren, die Wirtschaft durch Werbung anzukurbeln, damit wir Zeit damit verbringen können, jene Gegenstände zu produzieren, von denen wir uns haben einreden lassen müssen, dass wir sie brauchen könnten – und wenn nicht, nun dann werfen wir sie weg, deshalb gibt es doch schließlich Recyclinghöfe. Es lebe die Wirtschaft, es lebe der Kapitalismus, es lebe die effiziente Produktion.

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Wohngebäude in Luxemburg

Energiebedarf der Wohngebäude

Wird der Energiebedarf aller Haushalte in Luxemburg betrachtet, fällt auf, dass er in den Jahren 2005 bis 2017 näherungsweise gleich geblieben ist, und das obwohl in der gleichen Zeit die Bevölkerung um 133.000, sprich um 28 % gestiegen ist.

Dies dürfte mehrere Gründe haben. Einer davon dürfte in den steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz für neue Gebäude seit 1995 und insbesondere seit 2007 liegen, und auch an den energetischen Renovierungen und dem Trend zum Ersatzneubau. Auch fällt auf, dass der größte Teil der Energie für die Wärmeproduktion anfällt, und dass mehr und mehr Ölkessel durch Gaskessel ersetzt werden.

Gebäudebestand je Bauperiode

Interessant wäre jetzt zu wissen, wie viele Wohnhäuser es von welchem Typ in Luxemburg gibt und aus welchem Baujahr sie stammen. Hier aufgezeigt werden die Bestandzahlen von 2011 entsprechend den Angaben des Statec. Neuere Gebäude sind ohnehin für eine Betrachtung eines Einsparpotenzials uninteressant, da sie wesentlich effizienter sind als ältere Gebäude. Um die Verluste abzuschätzen, muss erst abgeschätzt werden, wie viel Flächen an Fußböden, Dächern, Wänden und Fenster im Bestand existieren. Deshalb werden zunächst einmal Annahmen für typische Gebäudegrößen der einzelnen Kategorien getroffen, und dann mit den Bestandszahlen multipliziert und je nach Alter aufgeschlüsselt.

Gebäudebestand

Einsparpotenzial für Wärmeenergie

Nehmen wir dann typische U-Werte der einzelnen Bauzeitalter und die Einsparpotenziale, wenn entsprechend heutiger Effizienzstandards optimiert würde, so lässt sich leicht je nach Bauzeitalter ein Potenzial abschätzen.

Weil aber Fenster in Luxemburg nach subjektivem Empfinden selten älter als 30 bis 40 Jahre sind, nehme ich dies als Grundlage, das Potenzial bereits pauschal zu reduzieren, indem alle alten Fenster auf den Standard von vor gut 30 Jahre gesetzt werden.

Aber auch hieraus ergibt sich ein Einsparpotenzial, das sich nur unter optimalen Bedingungen realisieren ließe. Es muss aber bedacht werden, dass nicht alles, was theoretisch denkbar ist auch sinnvoll realisierbar ist.

Einsparpotenzial.JPG

So lässt sich eine Bodenplatte oft nur durch aufwändige Erdarbeiten durch eine Perimeterdämmung isolieren. Historische, wärmebrückenreiche Dächer lassen sich nur mit geringeren Dämmstärken isolieren. Wenn die Gebäude direkt an den Bürgersteig grenzen oder denkmalgeschützt sind, sind die Wände schwer zu optimieren und auch bei den Fenstern spielt der Denkmalschutz eine bedeutende Rolle.

Pauschal kann auch davon ausgegangen werden, dass in den letzten Jahren bereits ein gewisses Potenzial durch die energetische Sanierung erschlossen wurde.

Aber selbst nach einer groben Reduktion der Potenziale bleiben immer noch 2,1 Millionen MWh an Energie übrig, die eingespart werden könnten, wenn die Gebäudehüllen verbessert würden. Dabei bleiben der Austausch von alten Heizkesseln oder die Installation von Lüftungsanlagen als Potenziale noch gänzlich unbeachtet.

Teilen wir dies auf die Hauptenergieträger auf, so ließen sich dadurch jährlich 112 Millionen € an Heizkosten einsparen. Allein der Heizölbedarf ließe sich um 90 Millionen Liter reduzieren, was etwa 6.000 vollen Heizöllieferwagen entspricht, die bei Annahme von 50 km pro Lieferfahrt nur für die Lieferung 45.000 Liter Diesel brauchen – für die Lieferung des Heizöls, das eigentlich nicht notwendig wäre.

Eines, was nicht aus den Augen verloren werden sollte, ist, dass  es weniger Mehrfamilien- als Einfamilienhäuser gibt. Selbst unter dieser Berücksichtigung leben in Mehrfamilienhäusern weit mehr Menschen. Dies hat zur Folge, dass es für den Einzelnen schwierig ist, Entscheidungen zu treffen, die zur Energieeffizienz führen. Es kann nur gelingen, wenn alle überzeugt sind. Die Besitzer, die selbst Bewohner sind, aber auch die Mieter und vor allem die Besitzer, die vermieten und denen die Energiekosten nicht wirklich wichtig erscheinen.

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Aber letztlich sind Effizienzsteigerungen als eine Bank zu betrachten. Eine die kein Geld zurück gibt, aber die Zahlungen unnötig macht – und damit ist diese Bank konjunktur- und krisensicher.

Liberalisierung der Strommärkte

Mit der Liberalisierung der Strommärkte und der Trennung der Energievermarktung von der Betreibung der Stromnetze sollte der elektrische Strom für die Endkunden günstiger werden. Hierdurch kam viel Bewegung in den Stromsektor, mit neuen und wechselnden Marktteilnehmern. Oft werden erneuerbare Energien als einer der bedeutendsten Störfaktoren dargestellt, doch es zeigt sich, dass vor allem die Anfangszeit nach der Liberalisierung von enormen Preisdifferenzen geprägt war. Dies führte dazu, dass stundenweise der Strompreis an der Börse das 10-fache üblicher Stundenpreise betrug. Der Mittelwert von 2002 bis 2018 liegt bei rund 39 € pro Megawattstunde, doch 2003 erreichte der Strompreis für eine Stunde den Wert von 1719 €/MWh und 2006 sogar 2436 €/MWh.

Strombörse_2002-2018 + Extremwerte_1

Bis 2008 kamen noch Preisspitzen von über 200 €/MWh vor. Erstaunlicherweise seit 2009 nicht mehr. Aber vor 2009 gab es nicht nennenswert viel Einspeisung von erneuerbaren Energien, also kann dies hierfür auch nicht als Ursache für die Preisspitzen herangezogen werden.

Aber seit 2008 kommt es zu einem anderen Phänomen. Es kommt zu negativen Strompreisen an der Börse für die Stundenwerte des jeweils folgenden Tages. Das bedeutet, dass die Stromproduzenten teilweise dafür Geld bezahlen müssen, dass ein anderer elektrischen Strom verbraucht.

2009 gab es gar einen Niedrigpreisrekord bei dem Stundenstrompreis für den folgenden Tag von -500 €/MWh. Dies hat zwei Ursachen. Einerseits den Merit-Order-Effekt, der durch die Einspeisung von erneuerbaren Energien eine neue Variable erhält und fossile Energie verdrängen kann. Anderseits ist aber auch das schlechte Regelverhalten von vielen traditionellen Kraftwerken und hier insbesondere Braunkohlekraftwerken dafür verantwortlich, da sie auch dann Strom produzieren, wenn ausreichend erneuerbare Energien anfallen und eigentlich kein Bedarf mehr besteht – deshalb auch der negative Preis.

Strombörse_2002-2018 + Tendenz_1

Nichtsdestotrotz kommt es auch in den letzten Jahren zu Preisdifferenzen und diese werden wohl auch in Zukunft bestehen bleiben. Auch weil alte sogenannte Grundlastkraftwerke aus dem Markt gedrängt werden, weil sie nicht länger wirtschaftlich betrieben werden können. Wie sich der Strompreis entwickeln wird, ist schwer zu sagen, da es viele Einflüsse gibt. Neben den schwindenden alten Kraftwerken, werden mehr und mehr erneuerbare Energien mit einem volatilen Einspeiseverhalten hinzukommen.

Aber auch verbrauchsseitig ist viel Bewegung zu erwarten. So werden mit dem Ziel der Dekarbonisierung Europas Wärmepumpen und Elektromobilität einen Aufschwung erzielen, wobei Wärmepumpen hauptsächlich im Winter mehr elektrischen Strom beanspruchen und so eine neue saisonale Prägung hervorrufen. Beide letztgenannten Technologien aber auch andere werden dem hier gezeigten Preisanreiz in einem Smart Grid folgen und dafür sorgen, dass der Strom dann genutzt wird, wenn er produziert wird.

Das heißt, je mehr Strom aus erneuerbaren Energien im Netz ist, umso größer werden die Preisdifferenzen und je höher die Preisdifferenzen sind, je schneller wird sich ein Smart Grid durchsetzen und die Preisdifferenzen reduzieren.

Aus diesem Grund analysiere ich im folgenden Video, wie sich die EEX-Börsenpreise für die Stunden des jeweils folgenden Tages entwickelt haben und welcher Anreiz sich hieraus für ein Smart Grid ergeben kann. Anreize der Netzbetreiber und Hebeleffekte von Steuern werde ich dabei aber außer acht lassen.

Strompreis und Merit-Order-Effekt

Wenn wir elektrische Energie produzieren wollen, dann müssen wir Geld investieren. Einerseits als Investition in Anlagen, andererseits in Wartung und Instandsetzungen. Aber zum Teil auch in die Energie, die wir für die Umwandlung verwenden. Wenn wir die marginale Energieeinheit betrachten, sind die Investition und die Wartung als Fixkosten zu betrachten und eigentlich nur die Energiekosten definieren den Mindestpreis, der gezahlt werden müsste, um kostendeckend eine weitere Energieeinheit zu produzieren.

Daraus ergeben sich schließlich unterschiedliche Mindestpreise pro MWh, je nachdem, welche Energiequelle und welche Technologie mit welchem Wirkungsgrad verwendet wird.

Dies stellt natürlich eine vereinfachte Entscheidungsgrundlage dar. In einem dynamischen Prozess kommen auch andere Faktoren, wie etwa die Betriebsweise der Anlagen zum Tragen, sodass es auch zu Situationen kommt, wo unter diesem Preis dennoch produziert wird.

Addiert man die jeweiligen Leistungen aller Anlagen, die bis zu einem gewissen Preis produzieren wollen, erhält man die Angebotskurve für die Strombörse. In ähnlicher Weise entsteht auch die Nachfragekurve, wobei hier vor allem die Energieversorger den Bedarf ihrer Kunden einkaufen, und verpflichtet sind, deren Bedarf zu decken. Darüber hinaus sind aber auch Speicherkraftwerke als Käufer tätig, die versuchen günstig Strom einzukaufen, und die umso mehr elektrische Energie kaufen, umso günstiger der Preis ist.

Werden die Angebotskurve und die Nachfragekurve übereinandergelegt, so ergibt sich aus dem Schnittpunkt der aktuelle Strompreis. Solche Strompreise werden Beispielsweise für Stundenwerte, Viertelstundenwerte und für unterschiedliche Arten an Regelenergie immer wieder neu ermittelt.

Welchen Einfluss haben erneuerbare Energien?

Bis vor einigen Jahren war dies ein einigermaßen eingespieltes und vorhersehbares Preissystem. In der Nacht war die Stromnachfrage geringer und der Preis dementsprechend niedriger und am Tag war es umgekehrt, mit Preisspitzen am Morgen, am Mittag und am Abend. Dies Angebotsseite hat sich eigentlich kaum geändert. Nachts liefen die Grundlastkraftwerke, tagsüber zusätzlich die Mittellastkraftwerke und während den Bedarfsspitzen haben Speicher- und Spitzenlastkraftwerke den nötigen und teuren Spitzenlaststrom bereitgestellt. In den letzten Jahren haben die erneuerbaren Energien den Strommarkt aber durch den sogenannten Merit-Order-Effekt aufgewühlt.

Erneuerbare Energien, wie Wind- und Solarenergie haben nämlich keine Energiekosten, die beglichen werden müssen, ihre Grenzkosten sind demnach Null. Deshalb verdrängen sie die Produzenten mit fossiler Energie in der Angebotskurve nach hinten. Gleiches gilt auch für subventionierte BHKW und Biogasanlagen, die fix vergütet werden. Diese drängen auf den Strommarkt als hätten sie keine Grenzkosten, obwohl sie Energiekosten, und wenn nur in Form von Opportunitätskosten aufweisen.

Diese Verschiebung der Angebotskurve führt bei unveränderter Nachfragekurve zu einem niedrigeren Strompreis. Die Verschiebung des Schnittpunktes der beiden Kurven, durch Anlagen mit niedrigen Grenzkosten, wird als Merit-Order-Effekt bezeichnet.

Merit-Order-Effekt_1

 

Allerdings ist die Produktion von elektrischer Energie aus Wind- und Solarenergie nicht konstant und deshalb ist der Strompreis stärkeren Schwankungen ausgesetzt, je nachdem ob erneuerbare Energie elektrischen Strom liefert oder nicht.

Insbesondere Solarenergie, die hauptsächlich in den Mittagsstunden Energie liefert, hat dafür gesorgt, dass hier die Preisspitzen wesentlich seltener entstehen, oft genug ist der Strompreis hier sogar niedriger. Dies ist auch eine Auswirkung, die den traditionellen Stromproduzenten zu schaffen macht, weil sie bisher in diesen Stunden einen Großteil ihres Gewinnes einfahren konnten.

Strombedarf_1

Nun kommt es zunehmend zu der Kuriosität, dass der Börsenpreis negativ ist, dass also die Stromproduzenten Geld bezahlen müssen, damit sie elektrischen Strom produzieren dürfen. Das liegt einerseits daran, dass es den Produzenten von erneuerbarer Energie aufgrund der garantierten Einspeisevergütung gleichgültig ist und andererseits insbesondere Kohlekraftwerke nicht schnell genug ihre Leistung drosseln können und unnötigerweise produzieren müssen.

Viele Verfechter der Früher-war-alles-besser-Mentalität sehen das Problem in der Produktion von erneuerbarer Energie, doch die Wahrheit ist, dass die veralteten und unflexiblen Kraftwerke nicht für eine dynamische, saubere und zukunftsorientierte Stromproduktion geeignet sind. Deshalb werden sie auch mittelfristig durch den Merit-Order-Effekt aus dem Strommarkt verdrängt werden.

Börsenpreis_1.JPG

Nichtsdestotrotz wird sich auch unsere Stromnachfrage ändern müssen, damit wir vermehrt erneuerbare Energie dann verwenden, wenn sie produziert wird. Wir können diese Aufgabe nicht allein den Speicherkraftwerken überlassen. Nicht nur weil es zu viele Speicherkraftwerke beanspruchen würde und teuer wäre, sondern auch weil es ineffizient ist.

Die Aufgabe der Anpassung der Nachfragekurve, in Bezug auf das Angebot an erneuerbare Energie, wird das sogenannte Smart Grid übernehmen müssen.

Hier noch ein Blog mit Infos zur EEX-Strombörse und weitere Strombörse bezogene Texte der Energieblogger.

100 % erneuerbare Energie

Ein Vorteil von kleinen Ländern ist, dass relativ bedeutende Änderungen durch absolut gesehen eher kleine Maßnahmen zu erreichen sind.

Aber nicht zuletzt, wenn man wie Luxemburg nur wenig Fläche zur Verfügung hat, ist es umso wichtiger zu wissen, wie diese optimal genutzt werden können.

Flächenaufteilung Luxemburg
Nutzung der Flächen in Luxemburg

Bei einem Stromverbrauch von jährlich 6.600 Gigawattstunden würde eine Stromproduktion aus erneuerbaren Energien rund 1.350 Megawatt an Windenergie, 2.000 Megawatt an Photovoltaik und 700 Megawatt an bedarfsgeführten Blockheizkraftwerken benötigen.

Flächenbedarf für Photovoltaik
Flächenbedarf für Photovoltaik in einem erneuerbaren Energiesystem

Für die Installationen dieser Photovoltaikmenge würde sich ein Flächenbedarf von rund 18 Quadratkilometer ergeben, was weniger als 1 % der Landesfläche entspricht. Doch obwohl das nicht viel ist, sind bisher nur gut 6 % davon installiert. Dabei bietet sich in der bebauten Fläche mehr als reichlich Potenzial, um den Weg in ein Energiesystem aus erneuerbaren Energien zu beschreiten. Es ist aber auf jeden Fall ein Ziel, das wir uns setzen sollten – auch aus ökonomischen Gründen. Bâtiments Publics zeigt bereits jetzt, wie es gehen kann, so wird bei neuen Projekten mit der Kombination von begrüntem Flachdach und Photovoltaik eine Dreifachnutzung derselben Fläche realisiert. Es geht also – so, let´s make it happen.

Flächenbeanspruchung
Gegenüberstellung der Flächenbeanspruchung

Bürogebäude im Smart Grid

Eine Aufgabe, die Gebäude in einem Smart Grid übernehmen müssen, ist es, eine Verbindung zwischen dem Sektor für elektrische Energie und dem Wärmesektor zu schaffen, so wie es heute schon fast vollständig für den Kältesektor der Fall ist.

Ein Grund hierfür einfach. Ein Smart Grid hat als Aufgabe, zu helfen, möglichst viel erneuerbare Energie zu integrieren. Dabei ist es so, dass die Mehrzahl der erneuerbaren Energie als elektrische Energie gewonnen wird. Thermische Energie wird nur begrenzt als Abwärme bei Biogas- oder bei Solarthermieanlagen gewonnen. Energie aus Holz wiederum kann nur einen Bruchteil der Nutzwärme bereitstellen. Für Luxemburg zum Beispiel, mit einem Waldanteil von 33 %, kann nur rund 5 % des aktuellen Gas- und Heizölbedarfes durch Holz „nachhaltig“ subsituiert werden. Obendrein stellt diese Energiequelle ein wichtiges Potenzial für ein Smart Grid dar und sollte nicht stupide verbrannt werden, und auch nicht als Substitut, sondern als Ergänzung verstanden werden.

Moderne Gebäude, wie etwa Bürokomplexe brauchen keine hohen Vorlauftemperaturen, und eignen sich bestens für Wärmepumpen, da oft genug Wärme- und Kältebedarf gleichzeitig vorliegt, etwa für IT oder aber auch für innenliegende Besprechungsräume. In diesem Fall fossile Energien oder gar Holz zu verbrennen, wäre nicht mit dem Gedanken von Smart Grid zu vereinen. Doch leider ist es noch in vielen Köpfen, dass es besser ist „kostenlos“ free Chilling zu nutzen und die Überschusswärme in die Umwelt abzugeben, und gleichzeitig speicherbare Energiequellen zu verfeuern, um Wärme zu gewinnen. Was hier noch fehlt, ist das Verständnis von Opportunitätskosten, den Kosten für entgangenen Nutzen.

Smart Grid wird häufig mit Batterien in Verbindung gebracht, aber diese sind die letzte Alternative, die dann genutzt werden muss, wenn das „Smart“ am Smart Grid an seine Grenzen stößt. Je smarter das Netz und all das, was daran angeschlossen ist, umso weniger Batterien werden benötigt.

Ohnehin werden Batterien nicht dafür sorgen können, dass die Versorgungssicherheit im Winter gewährleistet wird, da Batterien zwar den Tagesbedarf glätten können, aber nicht überschüssige Energie aus dem Sommer in den Winter hinein speichern können. Hier brauch es Alternativen, etwa Gas- oder Holzheizungen in großen Gebäuden, die dann die Wärmepumpen ersetzen, wenn der elektrische Strom teuer ist, was ein Indiz dafür ist, dass Stromknappheit herrscht und wenig erneuerbare Energien im Stromnetz sind.

Aber diese Vorstellung von sich ergänzenden Technologien, welches an sich das Prinzip des Smart Grid ist, ist nicht vereinbar mit den Bewertungsmethoden unserer Zeit. Wir wollen die Aussage, welche Technologie und Energiequelle die Beste ist. Oft genug hört man hier Holzhackschnitzelkessel, weil sie CO2-neutral sind. Das ist der falsche Ansatz, denn ein ganzjährig betriebener Holzkessel liefert keinen Mehrwert für ein Smart Grid. Wir müssen deshalb zu einer Bewertung von Funktionsweisen von Technologien kommen. Ähnliches gilt nämlich auch für eine Wärmepumpe, die immer dann Wärme produziert, wenn Wärme benötigt wird, denn sie verlagert das Problem des Wunsches an erneuerbaren Energien aus dem Wärmesektor 1:1 in den Stromsektor ohne einen „smarten“ Mehrwert zu liefern.

Interessant im Sinne eines Smart Grids wird es erst dann, wenn sich der Wärmesektor sich an den Stromsektor anschließt, aber nicht von diesem vollständig abhängig ist. Eine begrenzte Abhängigkeit kann bereits durch eine zeitliche Entkopplung von Wärme- und Strombedarf geschehen. Aber dazu ist es notwendig, große thermische Massen zu haben, die aktiviert werden können. Und welche thermische Speichermasse würde sich einfacher nutzen lassen als Wasser? Keine ist kostengünstiger und kein Speicher ist ökologischer. Wenn man bedenkt, dass viele Bürogebäude zwangsläufig Sprinklertanks von 80 bis 100 m3 Wasserinhalt haben müssen, dann ergeben sich hier auf der Kälteseite bereits 80 m3 * 1,16 kWh/m3/K * 5 K = 464 kWh Speichervolumen für Nutzkälte, bei einer Temperaturdifferenz von nur 5 Kelvin. Das entspricht 464 kWh/6 = 77 kWh an Stromspeicher die weniger gebraucht werden, das entspricht je nach Ladedichte einer Batterie zwischen 170 kg und 500 kg.

Smart Grid Technologievergleich

Wer bei Smart Grid direkt an Batterien denkt, sattelt das Pferd von hinten. Batterien sind nicht der Anfang von Smart Grid, sondern da, wo das „Smart“ im Smart Grid aufhört.