Rückschlüsse

Wenn unser Energiekonsum die Umwelt belastet, dann wird Energiesparen unsere Umwelt schützen. Das klingt einleuchtend. Wenn Schnee liegt ist es kalt und wenn es kalt ist liegt Schnee. Wir brauchen wohl nicht lange darüber nachdenken, damit wir wissen, dass dieser Rückschluss nicht richtig ist. Es kann zwar sein, dass er zutrifft, aber er muss es nicht. Warum aber sind wir gerne bereit den Rückschluss beim Energiesparen zu glauben, den mit dem Schnee aber nicht? Sind die zwei Rückschlüsse grundlegend unterschiedlich? Im Prinzip sind die getroffenen Rückschlüsse von der Logik her identisch. Der entscheidende Unterschied liegt in unserer Wahrnehmung. Wir alle haben es schon erlebt, dass es bitterkalt war und dennoch kein Schnee lag. Wir haben es gespürt und gesehen. Wir haben es bewusst wahrgenommen und es ist uns in unserem Gedächtnis geblieben. Beim Energiesparen und Umweltschutz nehmen wir es nicht wahr. Wir sehen nicht, wenn sparsame Autos mehr Stickoxide ausstoßen, wir schmecken es nicht, wenn energiesparende Fassadendämmung Biozide und Pestizide ins Wasser absondert. Wir fühlen es nicht, wenn mit Chemikalien Gesteinsformationen gesprengt werden, damit wir mit hoch effizienten BHKW Heizenergie „kostenlos“ gewinnen. Folglich glauben wir an die Richtigkeit falscher Rückschlüsse, weil wir unbewusst leben und uns die Erfahrung oder das Erlebnis fehlt, den Fehler wahrzunehmen. Stellen sie sich ein fünfjähriges Kind vor, welches sich flüchtig an Schnee aus dem vergangenen Winter erinnert und es weiß, dass es kalt war. Es schaut aus dem Fenster und fragt sie, wann es schneien wird und sie antworten: „wenn es kalt ist.“ Wie bereitwillig glauben sie, wird es den Rückschluss glauben, von dem wir alle wissen, dass er falsch ist?
Nicht minder naiv und unmündig glauben viele von uns, was Prospekte uns propagieren. Warum? Weil wir es glauben wollen. Aber unsere Verantwortung ist es erwachsen zu werden, bewusst zu leben und dadurch mündig zu werden.

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Motivation zum Buch

Wir haben eine Welt mit ihren Potenzialen. Wir haben uns, die Gesellschaft. Doch sind wir uns der Verantwortung bewusst, die uns obliegt? Ich meine nicht die Verantwortung gegenüber der Welt, sondern jene, die wir gegenüber unserer Gesellschaft haben? Wissen wir überhaupt um die Tragweite unserer Handlungen. Ich denke nicht. Ansonsten würde es Sätze wie: „Einer allein kann nichts ändern“ nicht geben. Wir wüssten um unsere Macht und unsere Verantwortung innerhalb unseres System und innerhalb der Gesellschaft.
Unsere Verantwortung beginnt damit ein Bewusstsein zu haben, das soweit reicht, dass wir unsere Welt und uns in ihr wahrnehmen. Wer nicht weiß, was er tut, handelt nicht nur egoitisch, sondern verantwortungslos.
Unsere sich selbst überholende Gesellschaft steigert die Geschwindigkeit ihres Erlebens auf Kosten der Wahrnehmung. Das ist das, was sich ändern muss, wenn für uns ein Platz in dieser Welt bleiben soll. Wir müssen aufhören uns selbst zu belügen, zu betrügen und auszurauben.
Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Nicht, weil ich Antworten auf Fragen geben möchte, sondern um aufzufordern kritischer zu denken, zu leben und Fragen zu stellen. Deshalb versuche ich den Leser an der Hand zu nehmen und an den Antworten vorbei zu führen, die Andere uns geben und unsglauben lassen, dass es die Fragen waren, die wir beantwortet haben wollten. Was bedeuten diese Antworten und was würde es bedeuten entsprechend zu handeln? Was sind unsere Potenziale und wie verschwenden wir diese. Wie kommt es, dass unsere Bewertungsmethoden uns belügen? Liegt es vielleicht daran, dass wir nach Antworten gesucht haben, die wir hören wollten und haben dementsprechend die Fragen gestellt? Was ist eigentlich unser Nutzen, was ist, was wir wollen und widerum, was bedeutet es, wenn wir konsequent entsprechend handeln. Ist es frei nach dem Motto: „Es ist egal, wenn wir arm sind. Hauptsache wir haben Geld“?